Poem DeLuxe #I  {rarity }

Für was mir rar und kostbar ist 
zu edelst zu benützen 
bring ich all Kraft und Sorge auf 
es Tag für Tag zu schützen
 
niemals genug, stets inkomplett 
gibts abertausend Schätze 
auch wenn ich sie aneignen könnt 
so wärens nicht die Letzten
 
und so bin ich tagein tagaus 
getrieben und gefangen 
durch Reichtum, Wohlstand und Besitz 
will ich das Glück erlangen
Poem DeLuxe #II  {waste }

Spanferkel an Gänsefett 
zart triefig auf der Zunge 
Zu Apoplex und petit fours 
Cohiba in die Lunge 

Der Lobster prall und zappelig 
Die reinste Gaumenfreude 
Sahne, Gicht, Cognac und Wein 
Das gönnen wir uns heute 

Blutwurst zwischen Karamell 
garniert mit Weinbrandbohnen 
Schwarzwälder Adipositas 
Es muss sich doch auch lohnen
Poem DeLuxe #III  {lust }

Liegst arm und arglos, blasse Göttin 
ein vages Beben deiner Lenden 
vertieft und willig wüst die Blicke 
Gedankenfleisch in meinen Händen 

gemach, nun soll das Spiel beginnen 
zu unserer Gunst, du ahnst es schon 
Fingerspiele klettern holprig 
warm, feucht, feste monoton 

jetzt gehst du auf, bist weit gebrochen 
schwer atmend unter mir 
wie tauch ich tief in deinem Dunst 
bist du noch Mensch, bin ich schon Tier?
Back to Top